Preparing the Trip Part VII…Expedition Rothaarsteig

Schwer war es einen Termin zu finden. Die liebe Arbeit sowie Freundin/Frau waren oft dagegen aber an diesem Wochenende war es dann doch so weit. Der erste “Härtetest” für Mensch und Material stand auf dem Plan. In Ermangelung wirklich interessanter Bergregionen ging es somit zum x-ten (ok zum dritten aber Gefühlt 10ten) Mal Richtung Sauerland auf den Rothaarsteig.

Auf dem Plan stand für uns vor allem herauszufinden, wie unsere Körper so auf 15kg Rucksackgewicht statt 3kg reagieren und wie sich Schuhe, Schlafsäcke und sonstige Ausrüstungsgegenstände so schlagen. Nicht zu letzt wolten wir natürlich auch herausfinden wie Rücken und Beine und sonstige Körperteile die ungewohnte Belastung verkraften.

Leider musste Lukas an diesem Wochenende arbeitsbedingt noch passen, aber weitere Vorbereitungstouren werden sich schon finden lassen.

Am späten Freitag Nachmittag trudelte Volker dann aus Köln bei mir ein und wir plünderten noch den örtlichne Supermarkt. Schon an der Kasse fragten wir uns “wer zum Geier soll das alles essen?”, aber wir wollten ja auch schwere Rucksäcke haben. Das wir dabei Verpflegung für 2 Tage benötigten, aber locker 2 Personen über 3 Tage hätten durchfüttern können kam uns also nur zu Recht.

Meine Packliste sah somit grob wie folgt aus:
– Zelt
– Schlafsack
– Gaskocher + 2 Kartusche
– Töpfe
– 3 Hosen (kur, dünn -am Mann getragen und dick)
– 2 Paar Socken
– 2 U-Hosen
– 1 lange U-Hose
– Funktionshirt lang&kurz
– dicker Fleece
– dünner Fleece
– Hardshell
– Müsliriegel, Tütenfutter, 1,5l Wasser, 3 Packungen Aufschnitt, Schokolade
– Sonstiges (Tücher, Toilettenpapier, Kulturbeutel, Handtuch, Multitool…)

Insgesamt gute 15kg und viel zu viel für einen, an sich lockeren, Spaziergang über den Rothaarsteig.

Am späten Abend fanden dann noch die letzten Planungen statt und am nächsten Morgen ging es los Richtung Brilon. Dort angekommen wurde dann die schwere Last geschlutert und wir begaben uns auf Schusters Rappen in die Wildnis.

Es lief ziemlich gut und wir hatten ein ordetliches Tempo drauf, so dass wir uns zwischendurch auch zu 2 längeren Pausen von 15-20min und hier und da mal kleinen Unterbrechungen hinreißen ließen um nicht zu früh am Campingplatz anzukommen. Die Steigungen zerrten, wie erwartet, an der Kondition aber insgesamt lief es doch recht rund und wir hatten nicht viel zu beklagen. Zumindest bis grob zum Kilometer 15. Denn beim Abstieg vom Ginsterkopf, übreigens der mit Abstand interessantes Teil der Tour, machte sich das hohe Gewicht auf den Schultern beim Abstieg doch bemerkbar. Wir alle hatten ein gewisses Zwicken im Knie, was jedoch bei Thorsten zu stärkeren Schmerzen wurde.

Der Campingplatz Bruchhausen war jedoch nicht mehr fern und nach einiger Sucherei konnten wir dann auch unsere Behausungen aufschlagen. Zwar waren wir viel zu früh dran und hatten die grob 18-19km in 5 1/2 Stunden (inkl. der erwähnten Pausen) hinter uns gebracht, aber das kam uns dann doch recht gelegen. Vor allem Thorstens Knie führte beinahe dazu, das er sich nur noch humpeldn bewegen konnte.

So saßen wir dann gemütlich am Lagerfeuer, futterten Brot und Schokolade und spielten, um die Zeit totzuschlagen, “Wer bin ich?”.

Gegen 21 Uhr zog es uns dann in die Zelte und es ging an den Test der Schlafsäcke. An sich stand dieser nur für Thorsten&Volker auf dem plan, da sie mit neuen Penntüten ausgestattet unterwegs waren und ich meinem guten Anjungilak Kompakt 3-Seasons schon ordentlich zutraute auch Temeparaturen bis knapp unter 0°C gut wegstecken zu können. Schließlich hatte ich noch letztes Jahr zu Ostern in Rüthen ordentlich geschwitzt und der Rest sich den sprichwörtlichen Arsch abgefrohren.

Leider wurde ich in der Nach eines Besseren oder in diesem Fall wohl eher eines Schlechteren belehrt. Denn irgendwann wurde ich wach und mir war es sau kalt. Die Füße konnte ich nicht ausstrecken ohne das Gefühl zu haben sie ins Eisfach zu strecken, meine Hände waren kalt, die Beine, der Oberkörper…und meine Nase lies der Rotze kurzerhand freien Lauf. Bei mir immer ein ganz einfaches Indiez dafür, das mein Körper mir sagen möchte “Jung zieh was Wärmeres an”. Also schnell raus aus dem Sack, Socken an, Fleece an, Wollmütze auf den Kopf damit möglichst wenig Wärme oben raus kann und wieder einmummeln. So kam ich dann noch ganz gut durch die Nacht, aber kalt war es trotzdem.

So hatte sich der Trip für mich in der Hinsicht schon mal gelohnt, auch wenn es ja leider eine negative Erkenntnis für mich mitbrachte. Einer neuer Schlafsack muss wohl leider doch noch her. Aber gut was will man machen, der Sinn und Zweck der kleinen Tour bestand schlielßich genau darain das mal rauszufinden. Und wer im Sauerland bei leichten Plusgraden schon arg friert, der wird in den rumänischen Bergen kaum glücklich werden.

Eine Anmerkung noch am Rande. Der Campingplatz Bruchhausen ist ausreichend, aber auch nichts Besonderes. Und daher insgesamt doch arg teuer. Pro Zelt 4€ und zusätzlich pro Person 5€ ist doch etwas arg viel.

Die Nacht war also etwas ungemütlich, aber doch recht lang. Und nach einem gemütlichen Frühstück ging es wieder los. Zunächst noch mit einigen Bedeknen bezüglich Thorstens Knie. Aber kaum das wir wieder unterwegs waren, verbesserte sich die Lage und wir tigerten von Wegweiser zu Wegweiser und ein jedes Mal war Thorsten dann doch dafür den langen Weg zu gehen und nicht abzubrechen.

Somit ging es dann die Strecke des Vortrages zurück nach Brilon, auch wenn wir urspürnglich geplant hatten nach Winterberg zu laufen. Aber man muss halt ganz klar sagen das der weitere Weg über den Langenberg, vorbei an Ruhrquelle und Richtplatz doch arg langweilig ist und wir dann doch lieber nochmal den Ginsterkopf raufgehen wollten. Definitiv eine gute Wahl um zumindest gut 1/3 der Strecke durch interessanteres und auch mal etwas steileres Gelände zu laufen.

Zurück in Brilon gabs dann noch einen Döner vor der Rückfahrt und eine weitere Erkenntnis für mich: “Hey meine Schuhe machen sich besser als gedacht”. War ich bisher noch der Meinung das ich meine Füße spätestens am zweiten Tag nach neuen Tretern schreien würden, war dies nicht so wirklich der Fall. Der fiese Druck denn ich sonst immer am rechten Spann verspüre blieb nahezu komplett aus und erst gegen Ende der Tour war halt zu spüren das wir gute 35km mit 15kg auf dem Rücken gelaufen waren. Ich muss allerdings sagen das ich die Schuhe auch nicht ganz so fest geschnürt hatte und ich somit beim Abstieg hier und da mal etwas mehr im Schuh vorgerutscht bin, als mir lieb war. Zudem konnte ich am ersten Abend an der Polsterung der Falke Socke sehr genaue sehen “wo der Schuh drückt”. Denn dort war das Polster deutlich aufgescheuert. Dennoch ziehe ich hier ein positives Fazit und kann mir womöglich den teuren Neukauf sparen.

Erwähnenswert an dieser Stelle sind vor allem auch noch die Stöcke. Anfangs noch etwas lästig und auf der Straße geradezu unnütz, erwiesen sie sich gerade im Abstieg nach kurzer Zeit dann doch als kleiner Segen. Zwar muss man sich erst mal dran gewöhnen, aber schnell mekrt man gar nicht mehr das man sie in der Hand hat und sie nehmen doch einiges an Gewicht wieder weg wenn die Füße Körper und Rucksack abfangen müssen.

Rein körperlich sind wir auch alle recht gut durchgekommen. Die wenigsten Probleme hatte sicherlich Volker, Thorsten und ich müssen noch etwas an der Kondition werkeln und Thorstens Knie braucht wohl noch etwas Training.

Rund um also eine gelungene Tour die uns noch ein paar wichtige Erkenntnise gebracht hat. An sich hat nur noch Regen gefehlt um auch noch ein weiteres Detail testen zu können. Aber darüber waren wir auch nicht unglücklich.

Mal gucken wohin die nächste Vorbereitungstour uns führt.

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Categories: Preparing for Romania

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