Preparing the Trip Part IX…Last Trip before the Trip

Einmal werden wir noch wach…

Ja ok es werden noch fast 4 Wochen ins Land gehen bis wir im Flieger gen Rumänien sitzen, aber “der große Tag” rückt unaufhaltsam näher. Ein Grund mehr Ausrüstung und Körper nochmal abermals im wahrsten Sinne des Wortes auf Herz und Nieren zu prüfen.

So ging es dann am vergangenen Freitag mit vollem Gepäck nach Köln um dann Samstags in aller Früh gen Eifel aufzubrechen. Die Testbedingungen sollten hier möglichst realistisch sein und somit war mein Rucksack dann auch mit gut und gerne 22kg beladen. Hier zeigte sich dann auch leider, dass mir der gerade erst gekaufte Osprey Aether 70 doch nicht so recht passen wollte. Was bei 12 bis 15kg noch recht gut tragbar erschien, war nun doch ein ganz schöner und zudem unangenehmer Brocken. Das lag nicht am hohen Gewicht alleine, denn der ähnlich schwer beladene Deuter 65+10 von Bergkamerad Volker saß um Welten besser. So musste ich denn also, auch noch ohne wirklich einen Schritt gewandert zu sein, eingestehen das meine Wahl doch nicht so hundertprozentig war. Kaum das wir im Zug saßen, wurde also auch noch schnell der Deuter bestellt um die Tour nicht zu gefährden. Doch für die Eifeltour musste der Osprey sich noch tapfer schlagen.

So kamen wir dann nach gut zweistündiger Bahnfahrt, durch schöne Landschaften entlang Rhein und Mosel, im beschaulichen Moselkern an. Ein nettes kleines, arg verschlafen wirkendes Nest mit verwinkelten Gassen und nett anzusehenden Gebäuden. In dieser Idylle entledigten wir uns dann noch der langen Wanderhosen und schlüpften in luftigere Sachen, um dann auf Schuster Rappen den langen Weg anzutreten.

Angekündigt waren interessante Wege, Burgen und wenig Menschen. Zumindest Letzteres wurde jedoch zunächst nicht bestätigt, da sich doch so einige Leute die Burg Elz als samstägliches Ausflugsziel ausgesucht hatten. Zudem präsentierte sich die Burg auch noch mit Kran und Baugerüst und insofern versuchten wir schnell Abstand zu gewinnen. Was gar nicht so leicht war, da eine größere Horde indonesicher(?) Touristen gerade dabei war aufzusteigen. Auch ein Jungesellinnen Abschiedstrupp lief uns über den Weg und verkaufte, zu unserer großen Freude, Muffins. Das musste natürlich unterstützt werden. Leckere Muffins anstatt öde „Klopfer“ oder Kondome und zudem auch ein Tag in der Natur anstatt im Stripclub.

Weiter ging es, immer brav entlang des Wassers tiefer in die Wälder der Eifel und siehe da, plötzlich wurde es dann doch sehr einsam und die Wege schmaler. Ja hier kann man wirklich noch ein paar Stunden wandern, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Hier und da legten wir kurze Pausen ein um mal auf die Karte zu gucken, die zuvor glücklicherweise von Volker gekauft worden war. Denn eines konnten wir relativ schnell feststellen: der Jakobsweg ist überall sehr gut ausgeschildert, nur nicht da wo man es braucht wie z.B. an Kreuzungen! Zwar stockte der Wanderfluss etwas durch die häufigen Blicke auf die Karte, aber letztendlich muss man einfach sagen das es deutlich besser ist zu wissen wo man sich gerade befindet, als 5min eher am Ziel zu sein. Zwar schafften wir es dennoch 1 mal uns etwas zu verlaufen, aber das lag wohl eher daran das man böswilliger Weise die Burg Pyrmont einfach umgesetzt hat, als wir eine kleine Steigung hinauf tiegerten. War die Burg zunächst noch direkt vor uns, so war sie einfach nicht mehr zu sehen kaum das wir am Gipfel ankamen. So mussten wir etwas rätseln, fanden dann aber dennoch auf den Weg zurück.

Am Nachmittag legten wir dann noch eine etwas längere Pause am Rand eines Feldes ein um uns dann wieder in die Büsche zu schlagen. Eine wirklich schöne Tour, die jedoch auch bald mal nach einem Nachtlager verlangte. So beschlossen wir einstimmig ab 18 Uhr mal so langsam nach einem Lagerplatz Ausschau zu halten. Denn noch waren wir mitten im Wald und von einem Platz für zwei Zelte, möglichst nicht im Schlamm des Baches und auch möglichst nicht in Hanglage, war bisher weit und breit keine Spur. Ein Pärchen das uns entgegen kam konnte uns auf unsere Frage nach einer passenden Wiese auch nicht so recht weiterhelfen, stellte aber eien möglichen Lagerplatz in grob 30min in Aussicht. Zwar erreichten wir nicht ganz die gesuchte Wiese, aber dafür einen ungleich schöneren Platz an einer alten Grillhütte. Der Platz schien wie gemacht für ein Nachtlager. Es gab 2 Bänke, eine Hütte zum unterkriechen und einen wunderschönen Ausblick. Da mussten wir nicht lange Überlegen, die Rucksäcke flogen geradezu von unseren Rücken und das Abendessen wurde ausgepackt. Hier sollte sich dann auch schnell der Vorteil von teurer Trekkingnahrung zeigen. Schneller gekocht weil man nur etwas Wasser erwärmen muss und zudem kein Spülen!!! Ob das gute 5€ wert ist muss jeder für sich selber entscheiden. Wir fanden recht einstimmig das es durchaus Sinn machen kann. Der eifler Axtmörder statte uns auch noch einen Besuch ob und wünschte einen schönen Abend. Gut ob es wirklich der Axtmörder war wissen wir nicht, aber wenn jemand nur mit einer kurzen Hose bekleidet – ja auch ohne Schuhe – gegen Abend noch in den Wald geht und nicht zurück kommt, dann darf man schon mal ins Fantasieren kommen.

Nach dem reichlichen Abendmahl wurde dann noch ein wenig über die geplante Strecke über den Fagars Kamm diskutiert und dann ging es ins Bettchen oder besser in die Hütte. Wobei ich es ja unbedingt ausprobieren musste auf dem Tisch zu pennen. Dieser war gerade mal so breit wie meine Isomatte und entsprechend vorsichtig musste ich mich im Schlafsack drehen. Jedoch aller Unkenrufe zum Trotz machte es in der Nacht nicht rumms und ich bleib oben.

Am Morgen bastelten wir uns dann noch leckeres Müsli mit Trockenpulver, dass erstaunlich gut an Milch ran kommt und schon ging es weiter. Nach wenigen Kilometern sollte dann noch ein Abenteuer auf uns warten. Die Karte zeigte uns einen Weg der scheinbar verschwunden war und die, bisher äußerst zuverlässigen Wegweise hust zeigten auch in eine, scheinbar komplett falsche, Richtung die uns einfach nicht schmecken wollte. So kamen wir nicht drum rum, wir mussten durch den Wald. Munter ging es in die Büsche, tolpatschig rutschen 2/3 von uns einen kleinen Hang runter und nach gut einer Stunde waren wir uns zwar ziemlich sicher genau da zu sein, wo die Karte uns haben wollte, konnten aber auch mit Fug und Recht sagen das da definitiv kein Weg ist. Also ging es wieder zurück auf die Straße, wo wir auf Einheimische trafen. Die konnten dann auch Licht ins Dunkel bringen. Denn netterweise hat sich was am Wegerecht geändert, was den Eifelverein dazu geführt hat die Wegweiser umzubauen, nicht jedoch die Karte zu aktualisieren. Na prima, hier hätten wir den Wegweisern also mal trauen sollen. So durften wir nach unserer Buschtour jetzt auch noch einen lästigen Umweg über eine Straße in schönster Hitze laufen.

Einige Zeit später kam uns da eine Klosterruine ganz recht um eine nette Rast einzulegen. Dummerweise landeten wir aber so schon wieder in der nächsten Irrung unseres Weges. Denn vor lauter Begeisterung über den schönen Rastplatz, marschierten wir schnurstracks an einer Weggabelung vorbei und nach unserer Rast auch erst mal stumpf weiter geradeaus. Erst nach gut 1 ½ – 2km beharrte Volker darauf die Karte nochmals genau zu prüfen und unser Irrtum flog auf. Also nix wie zurück, natürlich erneut in echt fieser Hitze auf einem staubigen Weg.

So begaben wir uns dann auf den letzten Teil der Strecke, der leider auf den letzten Kilometern fast nur noch aus Waldautobahnen und auch Straßen bestand, was unseren Füßen in den dicken Wanderschuhen nicht gerade schmecken wollte.

Gegen 16:50 Uhr erreichten wir dann Monreal um dort auf unseren Zug gen Heimat zu warten. Insgesamt hatten wir alle die Tour recht gut überstanden, Volker hatte sich die Hüfte dank schlecht sitzender Näte aufgescheuert, Thorsten und ich hatten ungebetenen Besuch „vom Wolf“ bekommen. Aber gut was will man machen. Es war dennoch eine sehr schöne, ja sogar mit Abstand schönste Tour der gesamten Vorbereitungsphase und auch die Anstrengendste.

Der Eifel werden wir sicher noch mal den einen oder anderen Besuch abstatten. Das nächste Mal womöglich mit weniger Gepäck, wenn wir nicht gerade für Patagonien, Nepal oder sonst was trainieren wollen 🙂

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Categories: Preparing for Romania

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