Tag 10: Der Wettergott ist gegen uns, auf nach Bran

Der Wettergott ist gegen uns, es gießt noch immer in Strömen und auch die Kühe aus der Umgebung haben sich mittlerweile hier hin zurückgezogen weil es sich auf den Wiesen an der Hütte wohl etwas besser und sicherer grasen lässt. Eine stattet uns beim Frühstück auch einen Besuch ab und muht immer wieder vor sich hin, also wolle sie sagen „gebt mir auch ein Brot mit Marmelade“. Arme Kuh, wird da draußen im Regen ganz nass. Aber bei uns in der Hütte wäre kein Platz gewesen, sie muss vor der Tür bleiben.

Da die Berge bzw. das Bergwetter uns scheinbar nicht mehr gnädig sind beschließen wir den Besuch in Piatra Craiului abzubrechen und nach Bran zu fahren. Auf dem Weg läge noch Magura, ein wohl recht idyllisches Dörfchen, aber da müssten wir über breite Wege latschen und darauf haben wir keine Lust mehr bei dem Wetter. Wir wollen nach Zarnesti und von da mit dem Taxi nach Bran. Das ist dann zwar kein Trekking mehr, aber wenn das Wetter nicht passt und alles sich gegen einen wendet dann muss man eben das Beste draus machen.

Wir verschenken noch unsere letzten Gaskartuschen an die Hüttenbesitzer, die übrigens teilweise sehr gutes Englisch und sogar etwas Deutsch sprechen und gehen durch den, jetzt nur noch leichten, Regen runter. Der Regen lässt dabei immer mehr nach, was uns aber auch nichts mehr nützt. Der Waldboden ist nass und das Wandern will keinen so rechten Spaß mehr machen.

Ein Taxi in Zarnesti ist dann zum Glück auch sehr schnell gefunden, der Fahrer kann sehr gutes Englisch und auf geht’s nach Bran, wo wir keine 15min später auch schon ankommen für gerade mal 6€.

Jetzt hat uns die (Touristen-)Welt dann auch endgültig wieder. In Bran wird man geradezu erschlagen vor lauter Tourismus, denn der Ort scheint nur aus Hotels, Pensionen und Verkaufsständen zu bestehen. Der Aufschlag in der Zivilisation ist somit ganz schön hart. Massen an Touristen schieben sich durch die Straßen und wir passen mit unserem Gepäck und den dicken Wanderschuhen hier nicht so wirklich ins Bild. Aber jetzt gilt es erst mal eine Pension zu suchen. Ok wirklich suchen muss man nicht, denn die gibt’s ja an jeder Ecke, nur welche nehmen?

Schon werden wir von einem etwas seltsam aussehenden Typen angesprochen ob wir ein Zimmer suchen. Er hat ein Schild um den Hals und scheint so eine Art „Hotelfinder“ zu sein. Wenn er Leuten einen Schlafplatz vermittelt, kriegt er wohl etwas Provision oder so. Etwas ungläubig folgen wir dem Typen einfach mal. Andere Länder andere Sitten eben. Nach kurzer Zeit hält er ein Auto an und bedeutet uns wir sollen einsteigen. Das ist uns dann aber doch etwas zu suspekt und wir lehnen dankend ab. Wir laufen lieber weiter. Gut er marschiert weiter vorweg und führt uns zu einem Haus, was sich dann wirklich als ganz nette Pension entpuppt. Zwar hatte der Typ in seinem schlechten Englisch vorher etwas von 17Lei, also gut 4€, für ein Zimmer gesprochen aber er hat wohl 70 Lei gemeint. Denn die Pensionswirten schlägt uns erst mal 90 Lei vor, wir entgegnen 75 und treffen uns dann bei 80 Lei, also 20€pro Doppelzimmer ohne Frühstück. Das ist ok und etwas handeln kann man hier halt immer.

Nach einer Dusche gehen wir dann erst mal Pizza essen, die allerdings nur etwas mäßig ist und dann geht’s auf zu Schloss Bran. Immerhin hat Dracula alias Vlad Tepes da ja mal übernachtet Wer auf Touristenattraktionen steht, der kann hier glücklich werden, wer solche Menschenaufläufe und die damit verbundene Geldmacherei jedoch nicht so mag, der sollte eher einen Bogen um Bran und das Schloss machen. Alles ist voll mit Dracula Merchandise Ständen,die wirklich alle das gleiche Sortiment haben. Der Eintritt für das kleine Schloss kostet stolze 5€ pro Person und so viel gibt es an sich nicht zu sehen. Die Sicherheitsleute nehmen sich immerhin sehr wichtig und die ollen Eintrittskarten werden mehrfach überprüft.
Ein komplettes Stockwerk hat man dann auch Vampiren und natürlich Dracula gewidmet. Unterstützt von irgendwelchen, wirr aus dem Internet raus kopierten Bildern – unter anderem Dürers Kupferstich Ritter Tod und Teufel, was auch immer das hier zu suchen hat…na gut Dracula heißt übersetzt wohl Teufel – wird hier erklärt warum es draußen an jeder Ecke Dracula Kaffeetassen gibt. Wir schmunzeln eher darüber und sind doch etwas enttäuscht von dem was hier geboten wird.

Immerhin finden wir dann im Souvenirladen noch Rumänien Aufnäher für unsere Rucksäcke. Hat sich doch gelohnt nach Bran zu fahren. So geht’s dann zurück auf unsere Zimmer zum TV gucken. Immerhin hält das Fernsehprogramm die neusten Tipps von Bear Grylls bereit, den Thorsten und Volker jetzt auch schon in ihr Herz geschlossen haben (ja ok mehr als Comedy Sendung). Dazu genißene wir wieder einheimisches Bier. Der Resturlaub plätschert im wahrsten Sinne des Wortes so dahin. Denn ja in der Tat, es regnet schon wieder.

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Categories: Rumänien 2011

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