Tag 9: Gewitter und UNO

Für heute wollen wir die, von Andrei empfohlene, Rundtour von der Hütte, rauf zum Saua Crapaturii, auf den Piatra Mica 1816m und den VF. Turnu 1923m und zum Padina Popii 2025m und zurück zur Hütte. Oder über den Turnu runter zu einer Höhle und wieder zurück. Schnell steigen wir durch den Wald, auf dem uns bereits bekannten Pfad, zum Sattel auf. Von da geht es nach rechts auf ein kleines Geröllfeld. Der Gipfel soll in einer Stunde zu machen sein. Na mal gucken wo wir mit leichterem Gepäck unterwegs sind.

Kaum haben wir Bisschen Geröll hinter uns, stecken wir dann auch schon wieder in einem Klettersteig, der zwar immer mal recht eng ist aber nicht so schwierig. Die Tritte sind hier zumeist deutlich besser und einfacher als noch im Fagars. Und so dauert ist nicht lange und wir stehen schon recht weit oben. Dort müssen wir uns dann durch ein paar Kiefern schlagen, die uns netterweise mit grünem Nebel einhüllen wenn wir sie nur berühren. Dann stehen wir auch schon oben. Obwohl wir uns eine kurze Pause gegönnt haben um auch mal die Aussicht zu genießen, haben wir nicht mal 45min benötigt. Darauf erst mal ein paar Müsliriegel, dann kann es weitergehen.

Doch dann kommt es mal wieder anders als gedacht. Zunächst beginnt es nur leicht zu tröpfeln und wir machen uns an den Abstieg, um zumindest noch im Trockenen durch den Klettersteig zu kommen. Nach kurzer Zeit stecken wir aber im schönsten Hagel und dazu gesellen sich noch Blitze und Donnergrollen. Da haben wir also unser Gewitter in den Bergen und wir müssen jetzt schnell runter. Natürlich mit der gebotenen Vorsicht, denn der Fels hat sich ruck zuck in Rutschbahnen verwandelt. Vor uns ist auch noch eine Mutter mit ihrem kleineren Sohn unterwegs, die wir schon von der Hütte kennen. Sie will sich nicht groß helfen lassen und das obwohl sie durchaus mal Schwierigkeiten hat den Jungen an den Ketten und Seilen runter zu kriegen. Dann aber doch die große Chance zur Heldentat. Volker darf sich als Bergretter versuchen und den Jungen mal kurz übernehmen, um über eine hakelige und jetzt sehr rutschige Stelle, runter zu kommen. Jeden tag eine gute Tat und wieder positiv aufgefallen.

Insgesamt ist aber das Glück auf unserer Seite, mal wieder, und wir kommen heil unten an. Da die Wetterlage doch recht schlecht aussieht, beschließen wir unser Vorhaben erst mal abzubrechen noch einen weiteren Gipfel zu besteigen und wir gehen erst mal wieder zur Hütte. Eine weise Entscheidung, denn der Regen hört an diesem Tag kaum mal auf und immer wieder ziehen Gewitter und starker Wind über uns hinweg. So ein Mist aber auch. Wir sitzen erst mal fest und spielen mal wieder UNO.

Die Hütte ist gut gefüllt und wird zu einem spontanen Treff der Brettspielfreunde. Andere haben die Siedler von Catan inklusive Addons im Rucksack, aber ok die schleppen auch sonst nicht so viel mit wie wir. Und zum Glück zelten wir nicht. Denn die Zelte stehen etwas hangabwärts und das Wasser läuft dort schön runter unter die Zeltböden.

Gegen Abend sitzen Volker und ich dann mit unserem Nachbarn zusammen vor der Hütte und trinken ein paar Bier mehr als sonst. Unsrer Nachbar heißt Christian, kommt auch aus Rumänien und er ist mit seinem Neffen hier in Rumänien unterwegs. Wieder eine sehr nette Bekanntschaft. Der Abend zieht sich hin udn weil ich keine Lust mehr habe den Gipfelschnapps oder besser gesagt den Gipfelwhisky weiter mit rumzuschleppen, landet der Flachmann kurzerhand auf dem Tisch. Und nicht nur das. Auch das eine oder andere Bier gesellt sich dazu und wir lernen auch mal die 2,5l Plastikflaschen kennen, in denen die Rumänen Bier verkaufen und dieses auch mit in die Berge schleppen. Andere Völker…andere Trinkgewohnheiten. Wir bechern uns also ganz gut einen und steigen dieses Mal gegen 2 Uhr nachts gut angeheitert in die Betten.

Hoffentlich ist morgen besseres Wetter. Unseren Hüttenaufenthalt haben wir an sich schon mal um einen Tag verlängert.

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Categories: Rumänien 2011

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