Ardbeg Ten

Der Ardbeg Ten. Ein Whisky den ich schon, seit ich meine Begeisterung für Single Malts entdeckte, auf meiner Liste der „muss ich unbedingt mal probieren“ Whiskys habe. Und jetzt habe ich mir endlich mal eine Flasche gegönnt. Ok keine übliche 0.7l Flasche sondern nur eine Kostrprobe, in einem netten kleinen Set zusammen mit einer weiteren Probe Ardbeg Blasda.

Farbe
Die erste große Überraschung für mich. Wo die sonstigen torfigen Vertreter aus Islay die ich sonst probiert habe eher goldig bis tief goldbraun sind, ist der Ardbeg Ten ja schon fast klar. Er dürfte bisher der hellste Whisky sein den ich je getrunken habe, Nur ein ganz leichter Schimmer von Gold-Gelb ist zu sehen. Das hätte ich so nicht gedacht.

Nase
Auch hier etwas überraschend ist er erstaunlich mild. Kaum Alkohol, etwas Rauch und eine gewisser Moder Geruch steigt in die Nase. Erst bei einem ganz tiefen Zug, wie man es ja an sich nicht macht, kribbelt der Alkohol etwas. Es ist durchaus mal nicht verkehrt das der Alkohol so in den Hintergrund tritt, von Ardbeg Ten hätte ich das nur nie gedacht. Nach länger Zeit im Glas, etwas hin und her geschwenkt so dass die Aromen sich ausbreiten können, kommt noch ganz leicht Vanille dazu.

Gaumen
Dann nun der lang ersehnte erste Schluck. An der Zungenspitze macht sich sofort fruchtig, süßlicher Holzgeschmack breit um dann sehr schnell umzuschlagen in Richtung Torf. Wenn ich jedoch einen Vergleich zu meinen Favoriten Lagavulin 16y und Caol Ila 12y ziehen, würde ich sagen das der Ardbeg doch etwas im Hintergrund bliebt. Wo der Caol Ila mich an Waldboden im Regen erinnert und der Lagavulin eine große Vielfalt aus Torf, Holz, modriger Erde und dabei noch eine gewisse Schärfe bietet, kommt mir der Ardbeg geradezu sanft vor. Der Ardbeg ist durchaus nicht schlecht, jedoch hätte ich hier ehrlich gesagt mehr erwartet, zumal er auch als Torfmonster eingestuft wird. Warum das so ist liegt womöglich im recht langen Finish. Denn da spielt der Ardbeg durchaus seine Stärken aus. Der Caol Ila und gerade der Lagavulin sind da ja ach weiß Gott keine Kinder von Traurigkeit, treten aber immer wieder deutlich „aggressiver“ dabei in Erscheinung um dann relativ plötzlich zu verschwinden. Der Ardbeg hingegen bleibt einfach mit einem latenten Modergeschmack, im positiven Sinne, zurück. Der Mund fühlt sich insgesamt für eine recht lange Zeit etwas trocken an, irgendwie fühle ich mich dran erinnert als Kind mal unfreiwillig Sand gefuttert zu haben. Danach kann man auch ausspucken soviel man will und Wasser trinken, es bleibt noch einige Zeit etwas zurück. Was an sich etwas abstoßend klingt, ist hier aber durchaus positiv, denn wo ich vom direkten Geschmack etwas enttäuscht bin, überzeugt das Finish doch ziemlich.

Bei den weiteren Schlucken haben sich Zunge und Gaumen an den Ardbeg Ten gewöhnt und man schmeckt etwas mehr heraus. Spuren von Zitrusfrüchten könnten drin sein, aber bei Weitem nicht so deutlich wie z.B. bei einem Glenmorangie. Im Vordergrund steht schon der typische Ilsay Geschmack, jedoch wie gesagt weniger deutlich als bei anderen Vertretern der Insel. Je länger man trinkt, desto eher kommen mal etwas Frucht und Süße durch. Allerdings immer nur mit einem kurzen Aufblitzen.

Fazit
Lange habe ich auf ihn gewartet und nun bleibt die Frage ob es sich gelohnt hat. Hier muss ich jedoch jein sagen. Der Ardbeg Ten kommt mit diversen Überraschungsmomenten daher, teils positiv aber teils auch etwas enttäuschend. Er wird an vielen Stellen sehr hoch gelobt und zählt wohl zu engeren Favoritenkreis vieler Lieberhber der Islay Whiskys. Ich persönlich finde in lecker und das Finish istrecht überzeugend, aber was zuvor im Mundraum passiert ist im Vergleich zu anderen Inslay Malts doch etwas unspektakulär. Durchaus lecker aber eben auch nicht wirklich herausragend genug um meine bisherigen Favoriten vom Tron zu stoßen. Wenn ich von den bisher grob 13 bis 14 Whiskys die ich getrunken habe eine Top Ten Liste aufstellen sollte, würde der Ardbeg sich wohl so auf Platz 5 bis 6 einfinden. Lagavulin 16 und Lagavulin DE sowie Caol Ila 12y und Laphroaig 10y finde ich dann doch spannender und können ihre vorderen Plätze verteidigen.

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Categories: Islay, Whisky

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