Finlaggan Old Reserve

Heute dann mal meine Verkostung des Finlaggan Old Reserve. Ein Single Malt der mit folgenden Worten beworben wird „Jim Murray sagt von dem Finlaggan Old Reserve: Wer von diesem Whisky keine Flasche bekommt, wird es für den Rest seines Lebens bedauern.” Na wenn das mal nichts ist und noch dazu bei einem Preis von etwas mehr als 20€ liest sich das doch wie ein sehr guter Fang. So ist er dann auch in meine Sammlung gekommen und darf sich meinem Favoritenkreis der Islay Region stellen.

Farbe
Ein sanftes Gold-Gelb im Glas, nicht so herrlich schimmernd wie ein Lagavulin aber durchaus schön anzusehen. Ein durchaus positiver Eindruck, gerade auch im Vergleich zum kürzlich probierten Ardbeg Ten, der insgesamt doch etwas sehr blass daher kommt.

Nase
Eine schöne Komposition aus Rauch und Erde mit einer leichten Süße und kaum stechender Alkohol. Das weiß schon mal zu gefallen und macht direkt Lust auf den ersten Schluck. Der Finlaggan kommt nicht so brachial daher wie der Lagavulin, überzeugt mich jedoch mit dem Geruch, den ich von einem Islay Whisky erwarten würde.

Gaumen
Holla was für ein Antritt. Ich fühle mich beinahe schon an einen Talisker erinnert. Nach dem doch eher sanften Geruch kommt eine Schärfe bei Zungenspitze und Gaumen an die man so nicht erwartet. Nach dem Überraschungsmoment bleiben trockener Rauch und Torf die den Mundraum ausfüllen. So hätte ich mir von den Beschreibungen her den Ardbeg Ten vorgestellt. Insgesamt bietet der Finlaggan ein relativ eindeutiges Geschmacksbild mit klar geprägten Noten wie ich finde. Süßen Sherry schmeckt man nur latent, die trockenen und rauchigen Komponenten überwiegen deutlich, sind aber auch nicht so stark ausgeprägt wie bei sonstigen Islay Vertretern. Denn so stark wie er antritt, so schnell verschwindet die Schärfe auch wieder und es bleibt eine gewisse Trockenheit auf der Zunge. Im Vergleich mit Lagavulin und Caol Ila fehlen die Holznoten und auch der Torf ist nicht so stark ausgeprägt. Dennoch ergibt sich ein sehr rundes und stimmiges Geschmacksbild. Das bestätigt sich dann auch im zweiten Schluck. Der fällt deutlich weniger scharf aus, wohl auch weil sich der Mund daran gewöhnt hat, aber sofort breitet sich wohliger Rauch aus. Für mich beschreibt das Adjektiv „wohlig“ den Geschmack auch am besten. Man fühlt sich einfach direkt entspannt, weil der Finlaggan ein so eindeutiges Bild abgibt. Dies mag für einige Langweilig sein, die gerne zich verschiedene Geschmacksnoten herausschmecken möchten und von jedem Whisky ein unheimlich spannendes Bild erwarten, mich kann der Finlaggan einfach auf Anhieb überzeugen weil er mal einen anderen Weg geht und recht deutlich und angenehm seiner Herkunft von Islay den Stempel aufdrückt. Auch in Sachen Finish kann er überzeugen. Es ähnelt meiner Meinung nach durchaus dem Ardbeg Ten, wenn es auch nicht ganz so lang ist.

Fazit
Ein wirklich großartiger Whisky für einen Preis von 20-25€. Wer mal in diesen Preisregionen aktiv werden möchte und Islay Whiskys mag, kann meines Erachtens ohne Bedenken zugreifen. Man bekommt durchaus etwas mehr als man für diese Preisregion erwartet und wird mit einem sehr angenehmen und klaren Whisky belohnt. Hier wird er wohl höchstens von einem Laphroaig 10yo geschlagen, der preislich ähnlich angesiedelt ist. Wer jedoch lieber unheimliche viele Geschmacksnuancen erleben möchte, der wird evtl. nicht so glücklich werden. Für mich ein toller Whisky den man bestens zu einem guten Buch genießen kann, da er es vermag eine wohlige Wärme zu verbreiten, ohne dabei zu sehr vom Genuss des Buches abzulenken und alle Aufmerksamkeit auf sich selber zu ziehen.

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Categories: Islay, Whisky

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