Ardbeg Blasda

Long time no see, oder auch lange ist es her das ich den letzten Whisky probiert und dazu Notizen gemacht habe. Zwar hatte ich schon mein Vergnügen mit dem Highland Park 12yo, aber dazu hat mich die Schreiblaune nicht gepackt.

Jetzt darf aber der Ardbeg Blasda antreten, der sich bei mir in einem Probier-Set zusammen mit dem Ardbeg Ten eingefunden hat. Nachdem Letzterer zwar ok war aber mich bei all den Vorschusslorbeeren nicht voll vom Hocker reißen konnte, bin ich auf jede Fall schon mal gespannt auf das „Experiment“ wie Ardbeg es selber nennt. So ist die Destillerie an sich eher bekannt für den so genannten peaty punch, also eher die torfigen Vertreter. Mit dem Blasda soll es nun leicht und eher süß zugehen. Zugegeben eine Richtung die mir eher nicht so liegt, aber lassen wir uns mal überraschen.

Auffallend direkt ist schon mal die Farbe. Denn der Blasda ist im Vergleich zu den anderen Whiskys in meinem Regal schon fast so klar wie Wasser. Ein leichtes Gelb zeichnet sich ab, aber gegen die tiefen Brauntöne die sonst bei Islay Whiskys gerne vorherrschen, zumindest bei denen die ich kenne, wirkt der Blasda eher wie Weißwein.

Der erste Geruch der in die Nase steigt ist zunächst doch überraschend, denn wenn ich mich so an den Dalwhinnie 15yo zurück erinnere so war der schon beim Geruch deutlich sanfter. Der Blasda tritt zunächst doch deutlich scharf auf. Doch hier täuscht der erste Eindruck, denn schon beim zweiten Mal bekommt man das was man erwartet. Sehr sanft kommt er daher, verleugnet seine Islay Herkunft aber nicht denn ein wenig Rauch lässt sich doch erahnen. Dazu etwas Holz und Anis wie meine verschnupfte Nase mir sagt.

Und genau das schmeckt man dann auch. Vielleicht liegt es an meiner Erkältung aber viel mehr kommt für mich dabei zunächst auch nicht herum. Wenig komplex und ziemlich direkt erscheint mir das Ardbeg Experiment hier zu sein. Von der Beschreibung bzw. von der Veranlagung her eher sanft zu sein hätte ich aber auch nicht viel erwartet. Damit will ich nicht sagen das er nicht schmeckt, aber etwas unspannend ist es schon. In wenigen Millisekunden geht es auf der Zunge von „huch nur Wasser“ bis „oh etwas Lakritze und ganz leichtes Salz“ bis „na und noch etwas Holz“ über zu einem durchaus längeren, aber auch hier wieder sanften und wenig komplexen, Abgang der etwas an dunkle Schokolade erinnert war es das auch schon was mir der Blasda bieten kann. Von der Vanille Note die man in anderen Tasting Notes finden kann kommt bei mir nichts an, aber das mag wie erwähnt meiner verrotzen Nase zu schulden sein.

Für Freunde der sanften Gangart sicher interessant und für einen Islay Whisky überraschend mild, für mich aber doch zu unspannend als das ich hier über mehr als eine kleine Flasche zur Kostprobe hinausgehen würde. Ich werde ihm noch eine Chance geben wenn die Nase wieder frei ist, aber ich glaube nicht das sich mein Fazit groß ändern wird.

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Categories: Islay, Whisky

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