BenRiach Authenticus 21y

Der 4te Adventssonntag und damit der 24.12.2011 brachte mir dieses Jahr den, zumindest vom Alter her, prächtigsten Kandidaten in Form eines Ben Riach Authenticus. Mit seinen 21 Jahren der bis dato älteste Whisky den ich je probieren durfte. Da muss man kaum erwähnen das ich umso gespannter war, ob er sich auch gegen seine Advents-Vorgänger durchsetzen kann und natürlich auch wie er sich gegen meine sonstigen Favoriten schlägt.

Das Etikett der kleinen Flasche weckt Erinnerungen an ein Wild-West Szenario und wirkt wie ein Sonnenuntergang über dem Grand Canyon. Erst bei genauerer Betrachtung stellt man fest das keine Felsformation sondern wohl eine stilisierte Destilliere abgebildet ist. Auf jeden Fall macht die Flasche so schon mal einen guten Eindruck.

Ben Riach Authenticus Ben Riach Authenticus
Von der Farbe her kommt der BenRiach Authenticus 21y eher nicht so erhaben daher. Dies fällt insbesondere dann auf wenn man, wie ich, zuvor einen Lagavulin DE von 1994 (Pedro Ximenez) genossen hat. Denn Letzterer kommt in einem wunderschönen dunklen Gold-Braun daher, der Authenticus eher in einem schwachen Gelb. Nicht so dünn wie ein Ardbeg Blasda, eher in den Regionen des Bruichladdich Links 14y.

Vom Geruch her ist er dann schon deutlich spannender. Den hier steigen fruchtige Aromen auf, sowie deutlicher Rauch. Womöglich hätte ich zuvor wirklich nicht meinen absoluten Favoriten verkosten sollen. Denn der BenRiach versucht hier geschmacklich in recht ähnlichen Regionen zu spielen wie auch der Lagavulin Pedro Ximenez, aber an diese Komplexität kann auch der 21 Jahre alte BenRiach nicht heranreichen, zumindest nicht vom Geruch her.

Auf der Zunge zeigt sich dann auch genau dieses Bild. Ein leichtes Brennen wird begleitet von recht vielen Süße und wird nach kurzer Zeit abgelöst von etwas bitterem Rauch. Mir persönlich kommen die süßeren Noten schon fast zu extrem rüber. Es bildet sich so ein ziemlich starker Kontrast den ich bei anderen Kandidaten als angenehmer empfunden habe. Der Lagavulin besticht hier durch seinen öligen Charakter und noch komplexere Geschmackskomponenten, der Glenfarclas 15y und auch der Glendronach 18y gehen hier keinen so extremen Weg und machen es dem Gaumen etwas einfacher. Wobei der Glendronach es sich auch durchaus raus nimmt es mit jedem Schluck komplexer werden zu lassen. Hier zeigt sich der Einfluss des Alters etwas deutlicher als beim BenRiach muss ich sagen.

Im Abgang bleiben dann hauptsächlich Torf-Rauch zurück und das deutlich angenehmer als beim Curiositas aus gleichem Hause, der hier schon etwas übertreibt. Hier kann der BenRiach Authenticus 21y also wieder Punkten und liefert insgesamt ein gutes aber nicht überragendes Bild ab. Ein hohes Alter macht eben nicht zwingend auch einen besseren Whisky aus. Ich werde mir auf jeden Fall noch ein zweites Urteil bilden ohne vorher mal einen anderen Whisky getrunken zu haben. So landet der BenRiach im reinen Adventskalender Vergleich eher im Bereich von Platz 3 o. 4. Wobei ich hier klar sagen muss das es „Meckern auf hohem Niveau“ ist. Denn lecker waren und sind sie alle. Nur fällt es Einigen eben doch schwerer direkt zu überzeugen.

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Categories: Drinks, Speyside, Whisky

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