Whisky Tasting – Buerhmann Weine

Gestern habe ich es jetzt auch endlich mal zu einem Tasting geschafft. Wir waren mit 5 Leuten im Hause Buehrmann. Da es mir leider nicht möglich ist zu allen Kandidaten ausführliche Notes runter zuschreiben, hier nur kurze Anmerkungen und eine Benotung.

Stand 1: fruchtig, frisch und leicht

  • Springbank 10y Campbeltown Malt 46% -> nicht probiert
  • Dalwhinnie 1996 Distillers Edition 2012 Highland Malt 43% -> 2 von 10; unangenehmer Alkoholgeschmack, also sehr “Sprittig” wie wir sagen *g* und ansonsten nix Spannendes. Wir werden einfach keine Freunde.
  • Royal Lochnager 2000 Distillers Edition 2012 Highland Malt Musk Cask Wood 40% -> 3 von 10; etwas fruchtig, aber im Abgang sehr dünn, ja fast wässrig. Hat anderen aus der Gruppe teils besser geschmeckt.
  • Glenfiddich Malt Master’s Edition Double Wood Matured 43% -> 4 von 10; ok aber mehr auch nicht. Bei dem Namen “Master’s Eidtion…” hätte ich mehr erwartet, am Ende bleibt es halt ein Glenfiddich.
  • Glendronach 18y Allerdiece Highland Malt 46% -> 7 von 10; kannte ich ja schon, lecker aber nicht herausstechend lecker, hat mir mal besser geschmeckt.
  • Glendronach 21y Parliament 48% -> 7 bis 8  von 10; konnte mich schwer entscheiden, war hier und da einen Tick interessanter als der 18y.
  • Glen Grant 170th Anniversary 46% -> 6 von 10
  • Knackando 25y (150€) -> 6 von 10; man schmeckt zwar das der Whisky etwas Besonderes ist, aber der Preis ist irgendwie doch nicht gerechtfertigt da er dann doch wieder zu langweilig ist.

Stand 2: florale Noten, süßlich, würzig

  • Balvenie 12y Double Wood Speyside Malt 40% -> 7 von 10; ein sehr angenehmer Kandidat, nicht hochgradig spanend aber dafür unheimlich rund und meines Erachtens auch gut für Einsteiger gedacht. Habe ich mir auch zugelegt, weil er einfach mal was Anderes in meiner Sammlung ist.
  • Redbreast 12y Irish 40% -> 2 von 10; hatte ich zuvor bei einem Bekannten probiert, schmeckt irgendwie keinem so recht.
  • Glenrothes 1998 Speyside Malt 43% -> 6 von 10
  • Macallan 12y Sherry Oak Speyside Malt 40% -> 6 von 10; lecker aber doch irgendwo etwas enttäuschend da wir mehr erwartet hatten. Sherry kommt durch aber nix im Vergleich zu den Sherry Noten eines Lagavulin DE. Im Vergleich würde ich den Fine Oak vorziehen.
  • Cragganmore 1996 Distillers Edition 2008 Speyside Malt 40% -> 4 von 10; fruchtig wie zu erwarten, aber nicht viel dahinter. Beim 2. u. 3ten Schluck irgendwie unangenehm “sprittig”.
  • Suntory Yamazaki 12y Japan Blended -> 9 von 10; ein Gedicht weil einfach mal etwas ganz anderes. Interessante Pflaumen-Noten und einfach ein Getränk was extrem aus der Masse heraussticht. Kam bei allen extrem gut an und hat den Titel “meine kleine leckere Geisha” von uns bekommen.

Stand 3: intensive Würze, salzig, Torf und Rauch

Hier direkt was interessantes. An jedem Stand wurde von 1-2 Mitarbeitern des Laden ausgeschenkt die auch mal mehr und mal weniger Ahnung hatten und sich immer mal abgewechselt haben. An Stand 3 wurde alles von einem gemacht der einen auch i.d.R. nur unter seiner kurzen Beratung hat kosten lassen. Das war kein “geben sie mir mal die Nummer X” sondern “welchen hatten Sie vorher? Gut dann jetzt den…”. Das war an sich schon irgendwie eine andere Welt. Auch lustig als ein Kollege direkt nach dem Laproiagh Quarter Cask gefragt hat und der Typ nur meinte “hatten sie schon alle anderen? Nein. Dann kriegen sie den nicht, denn dann ist der Abend gelaufen und sie schmecken nichts anderes mehr.”.

  • Bruchladdich 10y The Laddie Ten 46% -> 5von 10; vom Geruch her sehr mild und vom Geschmack schon fast unangenehm alkoholisch. Da hätte ich mehr erwartet.
  • Talisker Storm 45,8% Isle of Sky Malt -> 6 von 10; typisch Talisker mit nettem Pfeffer aber weniger interessant als der 10y und erst recht weniger interessant als die DE. Hätte ich auch etwas mehr erwartet.
  • Laphroaig Quarter Cask Islay Malt 48% -> 7 von 10; meine Fresse ist der torfig. Da kann man auch mal direkt den Belag von der Strasse ablecken. Er schrammt noch so gerade an der Grenze zu unangenehm vorbei. Und ja danach schmeckt man echt nix mehr. Noch eine kleine Warnung: nicht mit Wasser verdünnen. Haben wir mal testweise gemacht und dabei wurde er dann mehr als unangenehm für alle von uns. Gehört eindeutig zu den Kandidaten wo man sich fragt warum man diesen Geschmack lecker findet. Den lecker ist er neben seinem extremen Geschmack halt auch noch.
  • Caol Ila 2000 Distillers Edition 2012 Double matured in Moscatel Cask Wood 43% -> 9 von 10; was soll ich sagen, Coal Ila halt. Nix zu meckern, einfach Klasse. Ok doch ein kleiner Punkt: der 18y schmeckt noch besser. Schweren Herzens habe ich ihn nicht gekauft. Einerseits weil ich einen mitbringen wollte der ggf. auch meiner Freundin schmeckt und weil wir in unserem kleinen Kreis quasi zusammen sammeln. Und da wir schon viele torfige haben, passte der da gerade einfach nicht rein. Denn den 18er haben wir noch…
  • Talisker 2001 Distillers Edition 2012 Double Matured Amoroso Cask Wood Isle of Sky Malt -> 8  von 10; auch wieder ein klassischer Talisker, pfeffriger als der Storm aber nicht so lecker wie die 2009er DE.
  • Lagavulin Distillers Edition 1012 Islay Malt 43% -> 9 von 10; muss ich das groß erklären? Ich denke nicht… “Nur” 9 Punkte weil mir meine ‘94er DE noch besser schmeckt. Mag aber auch daran liegen das der Gaumen insgesamt dann doch schon etwas “gelitten” hat wenn man vorher schon zich andere getrunken hat.
  • Bruichladdich #407 Cuvee Arriba 46% (107€) -> 6 von 10
  • Talisker 30y Special Release limited Edition Cask Strength Malt 53,1% (289€) -> 6 von 10; auch wieder typischer Talisker, schmeckt trotz Cask Strength ohne Wasser besser. Insgesamt aber Punktabzug wegen des hohen Preises und dem nicht so guten Geschmack im Vergleich zu den “Standardprodukten” der Distllerie. Auch dem Sommelier war hier zu entlocken das er ihn für nicht so besonders hält. Sein Kommentar mit etwas verzogener Miene “Nun ja wenn man das Geld übrig hat…”.

Noch eine Anmerkung. Bei jedem der wirklich teuren und älteren Vertreter, als da wo ich die Preise dazu geschrieben habe, haben wir alle einen etwas unangenehmen Geruch von Kleber riechen können. Je älter und teurer die Kandidaten, desto stärker war die Note ausgeprägt.

Insgesamt auf jeden Fall ein gelungener Abend der uns teilweise auch eine sehr interessante neue Welt geöffnet hat.

Tags: ,

Categories: Drinks, Tasting Events, Whisky

About the Author,

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *