Whisky Tasting – Buehrmann Weine PT. 3

Gestern Nachmittag war es mal wieder an der Zeit bei Bührmann Weine zum Whisky Tasting einzukehren. Und auch dieses Mal hatten wir wieder das Seminar mit gebucht. Für ~40€ gab es 29 Getränke zur Probe, dazu noch ein wie immer leckeres Irish Stew und auch ein Glässchen Wein wurde zum Essen gereicht.

Seminar

Beim letzten Seminar wurde viel gelacht, ging es doch eher um ein paar nette Geschichten rund um Talisker und das Leben als Manager einer Destillerie. Dieses Mal ging es dann doch etwas mehr in die Tiefe und um die richtige Herangehensweise an das Geschmackserlebnis Whisky. Merke: Bernstein bei der Farbe ist immer richtig, mal hell mal dunkel aber Bernstein passt schon. Merke ebenfalls: Vanille kann mir zur Not auch immer überall rausschmecken. Gelacht werden durfte auch in diesem Seminar und folgende Kandidaten standen zur Auswahl:

  • Bulleit Bourbon Frontier Whiskey 45%: Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden, aber ernsthaft Bourbon? Ich kann mit dieser typischen Bourbon Süße einfach nichts anfangen und so ging es auch nahezu allen anderen Seminarteilnehmern. Leichte Kokos-Noten waren drin, aber ansonsten nur zum Vergessen.
  • Singleton of Dufftown Spey Cascade Highland Malt 40%: Hat mich vom Geruch her durch süßliche Zitrusnoten an Fanta erinnert. Geschmacklich recht weich und auch hier mit süßen Zitrusnoten, dann etwas herb u. scharf im Abgang. Für mich eher unangenehm.
  • Mortlach Rare Old Highland Malt 2,81 distilled 43,4%: Leichte Schärfe und endlich mal etwas Holz und Rauch. Leicht modriger Geruch trifft auch hier erneut auf Zitrusfrüchte. Zich mal besser als Kandidat 1 und 2 und an sich ganz in Ordnung aber nicht für den veranschlagten Preis von ~63€ für 0,5l
  • Caol Ila 12 years Islay Malt 43%: Schöner süßlicher Rauch, erinnert an guten Schinken. Schön warm und ölig auf der Zunge, leichte Schärfe und dazu salziger Islay Torf. Caol Ila halt, da kann man nicht meckern.
  • Caol Ila Distillers Edition 2013 Double Matured in Moscatel Cask Wood: Nochmal etwas samtig weicher als der 12y und damit noch besser. Eine sehr runde Sache und sehr lecker. Geht schon fast Richtung Lagavulin 16y.

Stand 1: fruchtig, frisch und leicht

  • Bulleit Rye Bourbon Small Batch Frontier Whiskey: Wie auch schon im Seminar hat sich mir hier die Frage gestellt warum Bourbon angeboten wird? Ist und bleibt einfach nichts für mich, auch nicht mit Cola gemischt.
  • Singleton of Dufftown Talfire Highland Malt 40%: Vorne recht süß auf der Zunge, aber auch recht wässrig. Insgesamt wenig komplex dafür im Abgang fies sprittig.
  • Singleton of Dufftown Sunray Highland Malt 40%: Fast schon so schlimm wie ein Dalwhinnie für mich. Sprich etwas süß und rein gar nix dahinter. Da trinke ich lieber Wasser, das ist deutlich günstiger.
  • Cragganmore 12 years Speyside Malt 40%: Ein grundsolider, leckerer, fruchtiger Whisky. Nichts Besonderes aber für einen Preis von unter 30€ kann man auch nicht meckern. Ein guter Einstiegskandidat und ein recht eindeutiger Sieger an Stand 1.
  • Slyrs Bavarian Single Malt 3 Jahre Jahrgang 2010 43%: Wie auch schon im letzten Jahr hat sich auch ein deutscher Kandidat eingeschlichen. Man wird in der Nase begrüßt von weichen Honignoten und sehr leichtem Rauch, an sich ganz lecker. Ähnlich dann auch zunächst auf der Zunge mit samtig weicher Süße und einem leichten Kribbeln auf der Zunge. Dann aber im Abgang leider unangenehm bitter. Je länger man ihn im Glas hat, desto schlechter kommt er leider daher.
  • Cragganmore 2001 Distillers Edition 2014 Double Matured Speyside Malt 40%: Etwas rauchiger als der 12y sonst relativ ähnlich. Insgesamt aber nicht komplex genug für einen 50€ Kandidaten und geschmacklich auch nicht so rund wie der günstige “kleine” Bruder. Da fällt für mich die Wahl nicht schwer.

Stand 2:  florale Noten, süßlich, würzig

  • The Glenlivet French Oak Reserve 15 years Speyside Malt 40%: Mit Glenlivet werde ich nicht so recht warm. Irgendwie langweilig und etwas bitter, sonst nichts.
  • Isle of Jura Superstition Island Malt 43%: Endlich mal ein Isle of Jura. So einen wollte ich mir schon immer mal zulegen. Schöner Name, schöne Flasche aber auch schöner Whisky? Leider nicht so ganz. man riecht etwas Karamell-Süße und Vanillenoten die sich zunächst auch auf der Zunge wiederfinden. Dann kommt aber ein modriger und sehr unschön alkoholisch geprägter Abgang. Damit leider doch etwas enttäuschend.
  • Oban 14 years Highland Malt 43%: Vom Geruch her hätte ich von einem Oban ja süße Früchte erwartet, hier wird man jedoch eher mit Orangen konfrontiert und ich fühlte mich schon an einen Glenmorangie erinnert. Im Mund dann leider recht bitter und fuselig. Nichts für meinen Gaumen.
  • Isle of Jura Diurachs Own 16 years Island Malt 40%: Auch hier ein ähnliches Bild wie bei anderen Kandidaten der Destillerie zuvor. In der Nase noch recht angenehm und weich, dann aber recht scharf alkoholisch auf der Zunge und wenig komplex.
  • Knockando 15 years Richly Matured Speyside Malt 43%: nicht probiert
  • Glenkinchie 1999 Distillers Edition 2012 Lowland Malt Amontillado Cask Wood 43%: Leichte Zitrusnoten und weitere Notizen fehlen hier leider da ich schnell zum Essen musste. Aber auch nicht so meine Welt.
  • The Glenlivet 18 years Speyside Malt: Fruchtig Süße, dazu auch leicht ölig und holzig. An sich ganz lecker, wenn da doch nur nicht die leichten Noten von “Kleber” wären die einem in die Nase steigen.
  • Glendronach 21 years Parliament 48%: Etwas holzig und moosig und durchaus mit Geschmacksnoten die mir eher zusagen.
  • Glenfiddich Age of Discovery Madeira Cask 19 years 40%: Nette Gewürznoten, wenn mir auch nicht einfallen wollte an welches Gewürz ich mich erinnerte gefühlt habe. Auf jeden Fall stand ich direkt zu Hause in der Küche. Dazu etwas süßliches Holz und wie beim Kandidaten zuvor leichter Kleber, nur nicht so penetrant. Der definitiv beste Kandidat an Stand 2, leider preislich mit knapp über 100€deutlich über meinem Limit. Aber auf jeden Fall 1 bis 2 Gläser wert.

Stand 3: intensive Würze, salzig, Torf und Rauch

  • Macleod’s Smokehead Islay Malt 43%: Ein Smokehead, na der Name lässt doch hoffen. Hatte ich auch schon länger auf mein “To-Do” Liste. Geruchlich erstaunlich weich, erinnerte mich etwas an sanften Pfeifenrauch. Geschmacklich dann recht süß mit eher kaltem, schweren Rauch gepaart. Nicht ganz verkehrt für etwas mehr als 30€, könnte aber komplexer sein.
  • Talisker Storm Islay Malt 45,8%: nicht probiert da schon bekannt
  • Macleod’s Smokehead Extra Rare Islay Malt 40%: Medizinisch-, torfiger Geruch der an Strand erinnert. Geschmacklich dann auch viele Erinnerungen an das Meer. Salz, Rauch, Algen an einem Tag mit etwas unruhiger See. Gar nicht mal so verkehrt.
  • Isle of Jura Prophecy Island Malt 46%: Hinterlässt viel Pelz auf der Zunge und wie auch bei den anderen Jura Kollegen zuvor bleibt eine Alkoholschärfe und unangenehme Bitterkeit. Somit konnte mich auch der letzte Isla of Jura Kandidat leider nicht begeistern.
  • Caol Isla 18 years Islay Malt: Leichte alkoholische Schärfe trifft auf dunkle Schokolade mit öliger Schwere. Dazu warmer Rauch und eine ausgewogene Kombination aus bitteren und süßen Noten. Auch hier kann ich wieder nur sagen: Coal Ila halt. Toll.
  • Talisker 18 years Isle of Sky Malt 45,8%: Leider nicht probiert weil die Zeit davongelaufen ist.
  • Ardbeg Auriverdes Single Islay Malt 49,9%: Geruchlich kommen Erinnerungen an sehr angenehmen, warmen Pfeifenrauch auf. Geschmacklich herrlich torfig und typisch Ardbeg. Wenn man so will der verbesserte Ardbeg Ten, leider aber auch mehr als doppelt so teuer, aber auch sehr lecker.
  • Talisker 25 years Island Special Release 2012 Malt 54,8%: Geschmacklich sehr nah an 57 North den ich ja schon im Schrank habe. Also sehr sehr lecker mit der Talisker Schärfe und süßen dunklen Früchten. Aber wozu 209€ausgeben wenn man auch ~50€für den 57er zahlen kann?
  • Bowmore 25 years Islay Malt 43%: Islay Fan bin ich eh, Bowmore Fan werde ich so langsam. Mein Enigma neiht sich langsam dem Ende zu und konnte immer begeistern, so auch der 25y. Angenehm bittere Grapefruit breitet sich zunächst erfrischen auf der Zunge aus und wärmt dann im Abgang mit typischen Islay Rauch und Öl. Im Mund mit einer Komplexität gesegnet die einen der Geruch nie vermuten lässt. Mit der Zeit entwickeln sich aber schöne Rauchnoten im Glas und er wird mit jedem Schluck besser. Eine sehr runde und gelungene Sache, der Gewinner an Stand 3. Leider mit ~240€ deutlich außerhalb meines Budgets.

Wie üblich verlässt man ein Tasting ja nicht ohne auch nochmal die eigene Sammlung etwas aufzustocken. Da mir dieses Mal die angebotene Auswahl nicht so wirklich gut gefallen hat, mit einigen wenigen aber deutlich zu teuren Ausnahmen, habe ich mich dazu entschieden meinem Bauchgefühl zu folgen. Schon recht lange hatte ich den Bowmore Darkest 15y auf meiner Liste und so wanderte er dies mal in meinen Korb.

Bowmore-Darkest-15y

Ich freue mich schon drauf ihn zu verkosten und dann auch wieder in einer größeren Runde mit Freunden zu genießen. Hoffentlich kann er die Erwartungen erfüllen.

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Categories: Drinks, Tasting Events, Whisky

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